Gott hört Dein Gebet – auch in …

Leipzig

… bezugsweise auf dem Weg nach Leipzig.

Elefant steht auf einem Bahnsteig des Der Elefant steht auf einem Bahnsteig des Leipziger Hauptbahnhofs

Der Elefant in Leipzig

Es war erst einen Tag her, dass wir als Brunnen-Team überlegt hatten, „Elefanten“ aus der ganzen Welt zu sammeln. „Elefanten“ – so nennt Adam Stadtmiller in seinem neuen Buch Meine 100 Elefanten seine Gebete und Gebetserhörungen. Wir hatten beschlossen, Blogeinträge über unsere ganz persönlichen Elefanten zu verfassen, egal, wo sie uns gerade begegnen würden. Denn schließlich hört Gott an jedem Ort zu, wenn wir mit unseren Bitten zu ihm kommen.

Die Idee war noch ganz frisch in unseren Köpfen, wir wussten nicht genau, wie die Umsetzung tatsächlich aussehen würde. Nur eins war mir bewusst: meine „Elefanten“ waren bisher regelmäßig vorbei gekommen, und sie würden es auch weiterhin tun. Denn mein Gott ist ein lebendiger Gott, der mich sieht und mir im Leben beistehen will. Und so war ich gespannt, wo mir diese Elefanten noch so alles begegnen würden.

Ich überlegte: Vielleicht schon in Leipzig?

Dort wollte ich nämlich anlässlich der Buchmesse hinreisen. Unseren kleinen Fotoshooting-Elefanten packte ich vorsichtshalber mal in meine Handtasche ein.

Mit einer Uni-Freundin hatte ich den Zug von München nach Leipzig gebucht. Mittwochmorgen um 6.07 Uhr sollte es losgehen. Ich bin von Natur aus eher so der Typ „lieber eine halbe Stunde zu früh aufstehen, als hinterher zu spät zu kommen“. Genau deshalb hüpfte ich gegen 4.30 Uhr aus den Federn.

Katzenwäsche, Jeans und Pulli an, die Katze füttern, selbst ein Brot runterschlingen und dann um 5.12 den Bus zum Hauptbahnhof nehmen – so sah mein Plan aus. Und der von Google Maps.

Etwas Puffer war schon mit eingerechnet. Ich bin nämlich auch der Typ „falls du den ersten Bus verpasst, hast du noch genug Zeit, um mit dem zweiten rechtzeitig anzukommen“. Und wie so oft brauchte ich diesen Puffer auch an diesem Morgen wieder: aus 5.12 Uhr wurde 5.22 Uhr. Normalerweise fährt mein Bus ja alle 10 Minuten.  – Wie gesagt: normalerweise!

Leider hatte Google Maps nicht berücksichtigt, dass es ja ziemlich früh am Morgen ist und der Bus daher nur um 5.13 Uhr und dann erst wieder um 5.33 Uhr fährt. Das bemerkte ich, als der Bus gegen 5.25 Uhr immer noch nicht da war…

Schnell rechnete ich durch: ich brauchte exakt 30 Minuten zum Hauptbahnhof. 5.33 Uhr + 30 Minuten =  6.03 Uhr. Zur Erinnerung: mein ICE, für den ich bereits das Ticket bezahlt hatte, sollte um 6.07 Uhr fahren! Und gerade wenn man unter Zeitnot leidet, fahren solche Züge ja bekanntlich besonders pünktlich ab …

Was also tun?

Erste Reaktion: dummes Google Maps!

Zweite Überlegung: Sollte ich vielleicht nicht so schimpfen? Kam hier wohl gerade mein Elefant vorbeigaloppiert?

Ich seufzte innerlich, rief meine Freundin an und sagte: „Stell dich in die Zugtüren, ich schaff das!“ – dass ich dafür beten würde, traute ich mich nicht zu sagen…

Doch genau das tat ich jetzt – und es blieb nicht bei einem Gebet. Die ganzen 30 Minuten betete ich quasi durch. Gedanken gingen mir durch den Kopf:

„Wenn Gott will, dass ich nach Leipzig fahre, dann wird er es so lenken, dass die vier Minuten zwischen Bus und Zug ausreichen. Oder? · Ich muss doch schließlich nach Leipzig. Ich bin zum Standdienst eingeteilt! · Und wenn ich diesen Zug verpassen würde und mir ein zweites – sehr viel teureres Ticket – kaufen müsste, wäre das dann, weil Gott irgendein Gespräch mit einem fremden Mitreisenden für mich vorbereitet hat?“

Der Bus kam, ich stieg ein und beschloss, nicht mehr auf die Uhr zu schauen. Entweder ich schaffte es, oder eben nicht. Gott war es, der diesen Bus, den Zug und meine Zeit in der Hand hatte.

Dann war es soweit. Noch ein Stopp, nur noch wenige Meter. Der Bus hielt, ich sprang raus, rannte, was das Zeug hält und schleifte meinen großen Koffer hinter mir her. Ob der kleine Elefant in meiner Tasche wohl seekrank wurde?

Die Bushaltestelle befand sich direkt seitwärts neben den Zuggleisen. Ich stürmte in die Bahnhofshalle, Gleis 23 befand sich sofort vor mir und der Zug stand noch dort am Gleis! G O T T  sei Dank!

Meine Freundin stand wie versprochen in der Zugtür. Sie sah mich, nahm mir meinen Koffer ab und wir sprangen in den Zug. Dramatischerweise könnte ich jetzt behaupten, dass die Zugtüren sich sofort schlossen und der Zug anrollte… Doch – man glaubt es kaum – ich hatte tatsächlich noch drei Minuten Zeit bis zur Abfahrt!

Ich ließ mich in meinen Sitz plumpsen, holte meinen kleinen Elefanten aus der Tasche und grinste. Ich hätte nicht gedacht, dass Elefanten so schnell galoppieren können … Leise betete ich: „Danke, Herr! Danke, dass du geholfen hast! So dramatisch hätte es zwar nicht sein müssen, aber andererseits hab ich jetzt einen ersten Blogeintrag – und eine kleine Story, um meiner Freundin von dir zu erzählen…“

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