Elefantastisches Gottvertrauen

Kann ich Gott nur vertrauen und gut nennen, wenn alles nach Plan läuft – nämlich nach MEINEM Plan?

 

Diese Frage habe ich mir in der letzten Zeit öfter gestellt. Wenn ich vor einer Situation Angst habe, die auf mich zukommen wird, heißt Gottvertrauen dann, dass ich darauf vertraue, dass Gott alles so wendet, wie ich es mir vorstelle? Wie ich es mir am meisten wünsche? Dass er meinen Plan erfüllt?

Da fällt mir der berühmte Apostel Paulus ein. Er hat mehrfach Schiffbruch erlitten und kam jedes Mal mit dem Leben davon. (Wahrscheinlich ist er später auch keinen freundlicheren Tod gestorben, sondern hat den Märtyrertod erlitten.) Bedeutete Vertrauen nun für ihn, daran zu glauben, dass er auch beim nächsten Schiffbruch wieder gerettet werden würde, weil Gott genau das auch die vergangenen Male getan hatte? Ist Vertrauen also eine Art Wahrscheinlichkeitsrechnung?

Der Elefant mit Teetasse

Der Elefant mit einer schönen Tasse heißen Tees

Ich glaube, echtes Vertrauen funktioniert nicht nach Schema F. Echtes Vertrauen in Gott geht viel weiter. Es setzt darauf, dass Gott mich hält,dass SEIN Weg mit mir gut ist, EGAL was passiert. Selbst wenn er mein Gebet nicht nach meinen Wünschen beantwortet.

Dieses Vertrauen kann ich heute üben. Eigentlich wollte ich zusammen mit dem Elefanten in die wunderschöne Inselhauptstadt London fliegen, dort auf der Buchmesse Lizenzpartner treffen und interessante Buchprojekte entdecken. Viele in meinem Umfeld hatten schon für die Begegnungen in London gebetet und ich fühlte mich gut gerüstet. Doch irgendwer hat mir einen Strich durch die Rechnung gemacht. Ich liege mit einer dicken Grippe im Bett und an Verreisen – selbst mit einem Elefanten an der Seite – ist gar nicht zu denken. Also: Im Verlag Bescheid geben. Unterkunft canceln. Termine absagen. Schlechtfühlen. Mist!

Aber … Moment mal: Wenn Vertrauen in Gott bedeutet, dass ich so sorglos wie möglich das annehme, was ich sowieso nicht ändern kann, dann ist das vielleicht gar kein so großer Mist. In einem klugen Buch habe ich mal den Satz gelesen: „Was ein Segen ist und was nicht, erkennt man nicht sofort. Unser Wissen und unsere Weisheit reichen einfach nicht aus, die Situation, in der wir stecken, zu beurteilen“ (Ute Aland, Die Pianistin, S. 201). Wenn das wahr ist, dann ist echtes Gottvertrauen also tatsächlich nicht das ängstliche Hoffen, dass eintrifft, was ich mir so sehr wünsche, sondern die entspannte Zuversicht, dass ich geborgen bin in Gottes Hand, was auch immer passiert.

Echt befreiend, finde ich. Denn ich muss jetzt nicht länger krampfhaft an meinen eigenen Plänen festhalten und sauer auf Gott sein, dass er mir schon wieder dazwischengegrätscht ist. Ich kann in jeder Situation getrost sein – oder vielleicht sogar fröhlich –, weil doch nicht falsch sein kann, was über Gottes Schreibtisch gegangen ist. „Es ist gut, wenn wir uns beim Beten entspannen können, weil wir wissen, dass Gott sich jetzt um unser Anliegen kümmert. Das ist besser, als angespannt auf die Erhörung unserer Gebete zu warten“, sagt auch Adam Stadtmiller (Meine 100 Elefanten, S. 46).

Gott hat mich also voll im Blick. Ob ich nun nach London fliege oder krank im Bett liege.

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