KLEINGRUPPENARTEN

In der Praxis verfolgt jede Kleingruppe ein bestimmtes Ziel oder sie legt den Schwerpunkt auf ein besonderes Thema. Die vielen denkbaren Einzelgruppen lassen sich bestimmten Gruppen-Typen zuordnen:

 


Beziehungsorientierte Gruppen

Im Vordergrund stehen Beziehungen. Die Teilnehmenden suchen vor allem Gemeinschaft, persönlichen Kontakt und Zugehörigkeit. Die Gruppenzusammengehörigkeit hat Vorrang vor dem Programm. Beziehungsorientierte Gruppen können sein:

  • Kennenlerngruppen: für Neu-Zugezogene, für neue Gemeindeglieder, Senioren, Singles etc.
  • Gemeinsame Freizeitgestaltung: sportliche Aktivitäten, „Klön-Abend“, Theaterbesuch etc.

 

 

Bedürfnisorientierte Gruppen:

Im Vordergrund stehen gemeinsame Interessen oder Bedürfnisse. Man kommt zusammen, um sich über gemeinsame Fragen zu einzelnen Lebensbereichen auszutauschen, um sich in Schwierigkeiten zu unterstützen, zu ermutigen und zu beraten. Oft verbindet die Teilnehmenden ein gemeinsames Problem oder eine ähnliche Lebenssituation. Zu den bedürfnisorientierten Gruppen gehören:

  • Gesprächsgruppen zu Lebensthemen: Mögliche Themen sind Erziehung, Älterwerden, Partnerschaft, Frau im Beruf, Stressbewältigung, Vatersein.
  • Lebenshilfegruppen: Lebenshilfegruppen sind intensiver als thematische Gesprächsgruppen, dürfen aber nicht verwechselt werden mit therapeutischen Gruppen unter fachlicher Leitung. Sie sind ein Angebot an Menschen, die in einem bestimmten Problem Unterstützung suchen. Sie können von Menschen geleitet werden, die selbst das jeweilige Problem durchlebt und bewältigt haben.
    Themenfelder von Lebenshilfegruppen sind z.B. Bewältigung von Trauer und Verlust, Leben nach der Scheidung/Trennung, Anonyme Alkoholiker/Suchtprobleme, Arbeitslosigkeit, Einsamkeit überwinden.

 

 

Glaubensorientierte Gruppen

Das Hauptinteresse liegt auf einer inhaltlichen Auseinandersetzung mit dem christlichen Glauben, Bibelstudium oder auf einer Vertiefung der eigenen Glaubenserfahrung und –praxis. In stärker themenbezogenen Gruppen sind Beziehungen eher untergeordnet. In verbindlichen Glaubensgruppen haben Beziehungen und das Zusammenwachsen der Gruppe größere Bedeutung. Glaubensorientierte Gruppen sind etwa:

  • Biblisch-theologische Gruppen: Bibelstudiengruppen, theologische Studiengruppen, Predigtvor-/nachbereitungsgruppen etc.
  • Thematische Gesprächsgruppen: Fragen christlicher Lebensgestaltung, aktuelle Fragen aus christlicher Sicht, z.B. Begegnung mit Menschen anderer Religion, Wertorientierung in unserer Gesellschaft, authentischer Lebensstil.
  • Verbindliche Glaubens- und Jüngerschaftsgruppen: In solchen Gruppen geht es darum, die eigene Berufung zur Nachfolge Jesu zu entdecken und ihr in den konkreten Lebensentscheidungen zu folgen. Die Gruppe bildet eine enge Gemeinschaft, in der man gemeinsam nach dem Willen Gottes für das Leben der einzelnen Teilnehmenden fragt und den eigenen Weg überprüft; den eingeschlagenen Weg gegebenenfalls auch nochmal korrigiert. Persönliche Beziehungen sind unbedingt nötig, damit das notwendige Vertrauen entstehen kann. Hierzu gehört auch Serendipity.
  • Gebetsgruppen

 

 

Aufgabenorientierte Gruppen

In diesen Gruppen treffen sich Menschen, die für bestimmte Bereiche der Gemeindearbeit verantwortlich sind oder dort mitarbeiten. Vorrangiges Interesse dieser Gruppen ist eine fruchtbare Zusammenarbeit. Beziehungen haben demgegenüber untergeordnete Bedeutung – es sei denn, es gibt Probleme. Zu diesen Gruppentypen gehören etwa:

  • Mitarbeitergruppen für verschiedene Bereiche der Gemeindearbeit: Kindergottesdienst, Gottesdienstvorbereitung, Jungschar- und Jugendarbeit etc.
  • Gruppen mit diakonischen Aufgaben: Besuchsdienst, Betreuung älterer Menschen, Hausaufgabenhilfe für Kinder mit Migrationshintergrund, Obdachlosen-Kleiderstelle etc.
  • Verschiedene andere Einsatzbereiche: Missionarische Einsätze, Christen in der Politik, Christen in der Wirtschaft etc.

 

 

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