BIBLISCHER HINTERGRUND

Das Neue Testament zeigt Jesus als Leiter einer Kleingruppe. Mit dieser Kleingruppe, seinen Jüngern, verbrachte Jesus den Großteil seiner Zeit (Lukas 6, 13-16). Er war ständig mit seinen Jüngern zusammen: Sie wanderten miteinander durch das Land, sie aßen zusammen, sie lebten zusammen und sie teilten Schwierigkeiten ebenso wie schöne Erlebnisse. Je unausweichlicher Jesus den Zeitpunkt seines Todes kommen sah, umso mehr Zeit verbrachte er mit seinen Jüngern.

Sein eigenes Wirken war daher eingebettet in diesen Rahmen enger persönlicher, Beziehungen. Doch nicht nur seiner Kleingruppe widmete Jesus seine Zeit und Kraft, sondern ebenso der Volksmenge (Markus 1, 37.38).

Zwischenmenschliche Beziehungen waren Jesus wichtiger als religiöse Organisationen. Sein vordringlichstes Anliegen war das Heil der Menschen, der Ruf zur Umkehr zu Gott, nicht die Gründung einer frommen Institution. Er verbrachte seine Zeit damit, sich um die Menschen zu kümmern, Kranke zu heilen, ihnen in ihren Sorgen zuzuhören, Schuld zu vergeben, zu ermutigen und zu lehren. Die einzige „Institution“, in die Jesus Zeit investierte, war die Kleingruppe des Jüngerkreises.

Die frühe Kirche übernahm die Gemeinschaftsorientierung, die zum jüdischen Leben gehörte und auch im Leben Jesu bestand. Die Apostelgeschichte berichtet, dass sich die erste Gemeinde in verschiedenen Häusern traf (Apostelgeschichte 2,46; 5,42; 8,3; 20,20.21). Ausdrücklich wird betont, wie wichtig neben der öffentlichen Gottesdienstversammlung die Begegnung im persönlichen, vertrauteren Rahmen des Privathauses ist. Apostelgeschichte 2,42-47 nennt dies als die beiden wichtigsten Aufgabenbereiche der jungen Gemeinde:

  1. Gemeinsamer Gottesdienst
  2. Gemeinschaft in den Häusern

Der Apostel Paulus gründete in der griechisch-römischen Welt zahlreiche Gemeinden, und fast alle trafen sich in Häusern (Römer 16,5; 1. Korinther 16,19; Philipper 4,22; Kolosser 4,15; Philemon 2). Die Urkirche war offensichtlich sehr beziehungsorientiert- ein Kennzeichen, das es heute wieder zu entdecken gilt.

Die Briefe des Neuen Testamentes waren an Menschen gerichtet, deren christliches Leben sich in kleinen Gemeinschaften, in Kleingruppen, gestaltete. Meist trafen sich diese Gruppen in den Häusern einzelner Gemeindemitglieder. Kleingruppen spielten also schon  in der Urkirche eine tragende Rolle.

 

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