„Nur wenn ich fliehe“: Interview mit Bestsellerautorin Terri Blackstock

Foto: Nur wenn ich flieheTerri Blackstock, Autorin des Buchs „Nur wenn ich fliehe“, erzählt der Journalistin Jana Hoops von USA TODAY NETWORK im Interview, wie sie Autorin wurde, warum sie Romane schreibt und was sie dabei bewegt.

Jana Hoops:  Terri, wie hat Ihre Karriere als Autorin angefangen?

Terri Blackstock: Ich war noch im Studium, hatte gerade mein erstes Kind bekommen und mir eine Auszeit genommen. In dieser Zeit begann ich mit meinem ersten Roman. Ich schloss mich einer Gruppe von Autoren an, die sich monatlich trafen. Ich wollte lernen, wie man gut schreibt. Die anderen Autoren hatten bereits veröffentlicht und waren erfolgreich. Ich lernte von ihnen, so viel ich nur konnte.
Für neue Autoren war damals der Liebesroman das aussichtsreichste Genre. Ich schrieb also romantische Geschichten, ging auf Autorenkongresse, suchte Kontakt zu Agenten und Lektoren und konnte schließlich mein erstes Manuskript an einen Verlag verkaufen. Jetzt hatte ich den Fuß in der Tür.
Und dann habe ich einfach weitergeschrieben. Es waren kurze Bücher; ich konnte etwa alle drei Monate ein neues Manuskript abliefern. Einige Jahre lang schrieb ich jedes Jahr drei oder vier kürzere Romane und alle wurden von verschiedenen größeren Verlagen veröffentlicht.
1995 hatte ich schließlich 32 Bücher auf dem Markt und bereits dreieinhalb Millionen Exemplare verkauft. Dann wandte ich mich dem christlichen Markt zu – jetzt unter meinem Ehenamen: Terri Blackstock. Davor hatte ich zwei Pseudonyme benutzt. Seitdem habe ich etwa 50 Krimis geschrieben und noch einmal dreieinhalb Millionen Bücher verkauft.

Jana Hoops: Was war der Anstoß für Sie, Romane mit christlichen Themen zu schreiben?

Terri Blackstock: Ich hatte 13 Jahre lang Liebesromane geschrieben. Dann wurde ich unzufrieden. Ich war weiterhin vom Schreiben begeistert, aber es gab mir nicht mehr dieselbe Erfüllung wie am Anfang. Ich war Christin und hatte ein Erlebnis, das ich als eine Art spirituelles Erwachen bezeichnen würde. In mir herrschte auf einmal die unwiderlegbare Überzeugung, dass ich meine Gaben nicht so einsetze, wie Gott es wollte. Ich erinnere mich noch genau an den Tag, an dem ich – buchstäblich – auf die Knie ging und Gott sagte, ich wolle nichts mehr schreiben, außer, um ihn damit zu verherrlichen. Ich hatte keine Ahnung, wie das aussehen sollte.

Dann fand ich eine Agentur, die auch in den christlichen Markt hinein verkaufte, und schrieb meinen ersten Projektentwurf für einen Krimi mit christlichen Themen. Es ergab sich so, dass christliche Verlage, die bis dahin vor allem historische oder biblische Romane oder Wildwest-Geschichten verlegt hatten, bereit waren, ihr Programm zu erweitern. Mein Vorschlag kam genau im richtigen Augenblick, und ich bekam schnell einen Vertrag. Seitdem schreibe ich meine Krimis.

Jana Hoops: Wie vermitteln Sie in Ihren Romanen christliche Inhalte?

Die Autorin Terri Blackstock

Terri Blackstock

Terri Blackstock: Zunächst einmal versuche ich, eine Handlung zu entwerfen, die trägt. Dabei wird meine christliche Welteinstellung natürlich auch deutlich. Ich denke, jeder Autor hat eine bestimmte Weltsicht, und die kommt auch in seinen Büchern durch. Und ich habe nun einmal eine christliche Weltsicht, die sich in meinen Plots zeigt. Durch meiner Cape Refuge-Reihe (ebenfalls auf Deutsch erschienen) zieht sich zum Beispiel die Frage, warum Gott Leid zulässt.

Das Element des Glaubens spielt bei mir eine tragende Rolle für die Handlungsentwicklung. Es wird nicht einfach oben drauf gesetzt. Natürlich möchte ich Pageturner schreiben, die meine Leser begeistern. Aber im Idealfall möchte ich sie auch herausfordern und ermutigen.

Jana Hoops: Wie haben Sie entdeckt, dass Sie schreiben können?

Terri Blackstock: Ich hatte schon immer eine lebhafte Fantasie. Schon als kleines Mädchen, als ich noch nicht lesen und schreiben konnte, habe ich mir kleine Theaterstücke ausgedacht und meine Freundinnen dazu gebracht, sie mit mir zu spielen. Ich war Regisseurin, Autorin und Hauptfigur in einem. Damit hat vermutlich alles angefangen. Als ich im siebten Schuljahr war, habe ich ein Gedicht geschrieben und meine Mutter hat es an eine Zeitung geschickt. Es wurde gedruckt. Und später noch eins. Ich war hin und weg! Damals habe ich gewusst, dass ich Schriftstellerin werden wollte. Und ich habe darauf hingearbeitet. Es gab nichts, das mich mehr erfüllt hat, als eine Geschichte zu erzählen, bei der die Zuhörer an meinen Lippen hingen.

Jana Hoops: Erzählen Sie mir noch etwas über Handlung und Figuren in „Nur wenn ich fliehe“ – dem ersten Band einer neuen spannenden Trilogie.

Terri Blackstock: In meiner Jugend habe ich gern die Fernsehserie „Auf der Flucht“ gesehen. Darin muss der Hauptakteur vor dem Gesetz fliehen, während er gleichzeitig versucht, den wahren Mörder seiner Frau zu finden. In jeder Episode wird er beinahe gefasst, muss die Stadt verlassen und irgendwo anders von vorn anfangen. Ich wollte etwas Ähnliches mit einer weiblichen Hauptfigur entwickeln. Auch meine Heldin wird von der Polizei gesucht, muss fliehen und immer wieder neu anfangen. Sie muss versuchen, sich ein neues Leben aufzubauen, obwohl sie weiß, dass es immer nur ein Leben auf Zeit sein kann. Dieser Grundgedanke hat es ermöglicht, sie in immer wieder neue Situationen zu stellen, die ich mit Begeisterung ausgestalten konnte und die hoffentlich meine Leser überzeugen.

Von all meinen bisherigen Figuren gehört Casey Cox zu meinen Lieblingsfiguren. Sie ist einfach und komplex zugleich. Sie wird eines Mordes beschuldigt. Sie weiß, wer der wahre Mörder ist, aber sie kann sich nicht an die Polizei wenden – also beschließt sie zu fliehen.

Dylan Roberts wird von der Familie des Opfers als Privatdetektiv angeheuert. Er soll mit der Polizei zusammenarbeiten und Casey Cox aufspüren. In „Nur wenn ich fliehe” ist er hinter ihr her, um sie vor Gericht zu bringen. Aber gegen Ende ahnt er, dass sie vielleicht gar nicht die Schuldige ist. Wie es dann mit den beiden weitergeht, erzähle ich in Band 2 …

Jana Hoops: Vielen Dank.

Das Interview führte Jana Hoops, USA TODAY NETWORK. Es wurde am 5. März 2017 auf www.clarionledger.com veröffentlicht und ist auf Englisch abrufbar unter: http://on.thec-l.com/2lt5UgP

Terri Blackstock, Nur wenn ich fliehe, Roman, 256 Seiten, Paperback, 1. Auflage
Erschienen im Brunen Verlag: Februar 2017. Weitere Informationen zum Buch erhalten Sie auf
http://brunnen-verlag.de/nur-wenn-ich-fliehe.html

 

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