Nachgefragt: Nick Vujicic im Interview

Nick Vujicic mit Familie

Nick Vujicic mit Kanae und Sohn Kiyoshy

Meine Familie wächst. Wenn Sie dies hier lesen,steht die Geburt meines zweiten Sohnes – so Gott will – kurz bevor. Er ist für den 9. August ausgerechnet.
Vater zu sein erweitert meinen gesamten Horizont und zeigt mir, was bedingungslose Liebe bedeutet, was es bedeutet, an das Potential eines Menschen zu glauben, was es bedeutet, das Leben, die Werte und Prinzipien meines Sohnes zu prägen. Einfach dankbar zu sein für das, was ich habe. Es lässt mich Großes zu träumen und macht Mut, keinesfalls aufzugeben.
Ich lerne,  nicht nur an mich zu denken, sondern ein Auge dafür zu haben, wann ein Anderer Hilfe braucht.

All diese Dinge halt, die man erst erkennt, wenn man älter wird. Und diese Werte und Dinge, die mir bereits mein Vater weitergegeben hat, will ich auch weitergeben und dabei mein Bestes geben. Auch jene, von denen ich mir immer gewünscht habe, mein Vater würde sie für mich tun.
Zurückblickend kann ich heute übrigens sagen: Zu jeder Zeit in meinem Leben gab es ein Buch, das mir weitergeholfen hat, das mich geprägt hat. Ich kann sie alle noch aufzählen, obwohl es viele sind.

Nick und Kiyoshy

Nick und Kiyoshy

Als meine Frau mit unserem ersten Kind schwanger war, hatte ich mir zuerst große Gedanken gemacht: Wie halte ich nur mein Kind, wenn es schreit. Oder wenn es hinfällt: Wie hebe ich es auf?
Ich wollte, ich könnte meiner Frau mehr helfen. Sie ist ein wahrer Held. Sie hat alle Bedürfnisse im Blick. Und ich war besorgt darüber, ob ich mein Kind würde halten können …
Viele Leute kommen zu meinem Sohn Kiyoshy und werfen ihn in die Luft, was ich ja nie machen kann. Als er 14 oder 15 Monate alt war, habe ich mich gefragt, wann ich eine richtige Umarmung von meinem Sohn bekommen würde.  Als er 16 Monate alt war und wir im Haus herumtollten, überraschte er mich mit einer ganz liebevollen Umarmung und einem Kuss auf die Wange. Es war unglaublich.

Familie Vujicic beim Spaziergang

Familie Vujicic beim Spaziergang

Ob es Liebe mit Grenzen gibt?
Das ist eine gute Frage. Da spielt wohl wer auf mein neues Buch an. Wie ist das also bei mir und meiner Frau? Gibt es da Begrenzungen? Nein, sie legt ihre Arme um mich und ihre Hand auf mich. Manchmal beobachten uns unsere Verwandten, wie wir miteinander umgehen. Wir lehnen uns immer aneinander, weil da ist nichts, wo ich mich sonst abstützen kann. Da ist nichts, um ihre Hand zu halten. Deshalb lehnt sie sich an mich und ich mich an sie. Wir gehen einfach unseren Weg. Es ist normal für uns. Aber viele Menschen finden das beeindruckend, dass man kein perfekter Mensch sein muss, um die perfekte Liebe zu finden. Das ist das, was wir anderen gern zeigen möchten. Aus diesem Grund haben wir das Buch „Liebe ohne Limits“ geschrieben. Wir wollen zeigen, dass es wahre Liebe gibt. Dass es nicht nur um körperliche Liebe, Geld oder um ein geordnetes Leben geht. Es geht ums Herz. Meine Frau sagte mir, dass ich keine Hände bräuchte, um ihre zu halten, ich bräuchte nur Hände, um ihr Herz zu halten.

Ich bin in  57 Ländern gereist und habe 3000 Vorträge gehalten –  vor über 100.000 Menschen in einem großen Stadion oder vor ganz wenigen in einem kleinen Raum. Ich liebe es, ich liebe es, vor allen zu sprechen. Vor Reichen, vor Armen, vor Regierungen. Jeder braucht Hoffnung. Am liebsten spreche ich jedoch vor Jugendlichen, weil sie in einer Phase sind, in der sie weitreichende Entscheidungen treffen, die ihre Wahrnehmung von Identität und ihre Zukunft betreffen.
Die Botschaft, die ich habe, ist ganz einfach:  dass du wunderbar so bist, wie du bist. Lass deinen Wert nicht durch die Meinung anderer  bestimmen. Hab keine Angst, Neues auszuprobieren. Sei mutig. Träume groß und gibt niemals auf.

Doch manchmal verfliegt so eine Botschaft, wenn man sie hört. Manchmal braucht man

Nick Vujicic, Detlev Holtgrefe, Petra Hahn-Lütjen Buchpräsentation Liebe ohne Limits

Nick Vujicic mit Verleger Detlef Holtgrefe und Lektorin Petra Hahn-Lütjen bei der Präsentation seines neuen Buchs in Stuttgart im April 2015

die Erinnerung an die gehörte Botschaft. Manchmal ist man nicht an dem Ort, wo die Botschaft gesagt wird. Darum sind Bücher so wertvoll. Sie geben uns eine Botschaft, die auch dann zu mir spricht, wenn gerade niemand da ist und mir die Probleme über den Kopf wachsen. Doch auch da sollten wir beherzigen:  Wer Gott sagt, dass man ein großes Problem hat, sollte auch seinem Problem sagen, dass man einen großen Gott hat.

Ihr Nick Vujicic

 

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